Erste Schritte

Die gute Emma hat sich inzwischen seit rund einem Monat an das Leben als Flaschenkind gewöhnt. Dank einer sehr überzechten Nacht der Mutter, wurde die längst überfällige komplette Umstellung vollzogen.

Manchmal hat so eine durchzechte Nacht dann doch seine Vorteile. Was wir schon lange im Sinn hatten, wurde endlich auch umgesetzt. Inzwischen kann die Kleine schon überhaupt nichts mehr mit Mutters Brust anfangen, wie ein Praxistest ergeben hat. Ausser einem fast schon fragenden Blick, ergab sich keine Reaktion hinsichtlich der hingehaltenen Brust.

 Die Taufe, inklusive eines wirklich ermüdenden Taufgesprächs, konnte auch erledigt werden. Mir liegen ja solche Feiern überhaupt nicht, doch hier muß man(n) einfach durch. Emma konnte mit den meisten Geschenken überhaupt nichts anfangen. Naja, überhaupt nichts ist auch nicht ganz richtig. Die Verpackung (raschelt so schön) fand dann doch ihre ganze Aufmerksamkeit.

Krabbeln ist auch so ein Thema. Zunächst ist ja die Freude groß. Das Kind bewegt sich selbstständig. Voller Stolz wird jede Bewegung beobachtet. Dann das erste umdrehen, bei dem keine elterliche Hilfe mehr nötig ist... Die Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer. Die neuen Klippen tauchen sehr schnell auf. Das wechseln der Windeln kann schon zu einem Ringkampf werden. Insbesondere da acht Monate alte Babys jetzt Argumenten nicht wirklich zugänglich sind. Wenige Tage später beginnt das Hochziehen an allen möglichen Gegenständen, was den Eltern wirkliche Alpträume verursacht. Das Ausrechnen wie das Kind fällt um dann folgende Kante zu treffen, würde so manche Großrechner an ihre Leistungsfähigkeit führen. Doch erstaunlicherweise geht es fast in Fällen gut. Und wenn es doch mal schief geht, dann kippt das Kind nach hinten und es herrscht ein großes Wehklagen. Was wahlweise mit Ignoranz oder Betüdelung des Babys belohnt wird. Jedes Elternteil weiß nur zu genau, wie sein Kind schreit. Ist es ein einfaches "hier ist alles doof bzw. ich will aufmerksamkeit" oder doch ein besorgniserregendes "AUA, das tut wirklich weh". Dementsprechend findet auch die Behandlung des gerade gestürzten Mitbürgers statt.

Essen ist natürlich auch so ein Thema. Wie weit sich das Essen bei Verköstigung über ein Löffel verteilen kann, hat schon olympiareife Ausmaße. Möhre im Haar bzw. auf dem Schuh der Mutter sorgt schon lange nicht mehr für Erstauen. Hier wird nur noch gestaunt, wenn Emma wirklich einfach mal die Speise kommentarlos zu sich nimmt.

Ansonsten ist alles bestens mit der guten Emma. Sie wächst und gedeiht. Ja, so ein Kind hält einen wirklich auf Trap. Ob es wirklich besser wird, wenn sie anfängt sicher zu laufen bzw. zu sprechen? Inzwischen wage ich das sehr zu bezweifeln.

Nur eines ist sicher. Sie wird einen dabei anlachen, gequält anheulen, sich festkrallen, wegrobben und und und.  Dazu beschleicht einen die Erkenntnis, nie zu wissen, was der "Satansbraten" als nächste vorhat bzw. macht....

 

In diesem Sinne, auf in die weiteren Abenteuer.

PS: Jeder der mal ein halbswegs ordentliches Wohnzimmer hatte, kann dies nach "Anschaffung" eines krabelnden Babys getrost in das Reich der unerfüllbaren Wünsche packen. Es gibt nichts, was vor dem süßen Monster sicher ist... (Nein, auch nicht Papi´s Stereoanlage) 

17.4.08 16:38

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